Die LSB 1969

Zum Großflugtag am 13.7.1969 wurde eine 20 seitige Broschüre erstellt. Diese Broschüre enthält ein Grußwort,  das Programm für den Flugtag, Informationen zum Flugplatz, zum Verein und zum Motor- und Segelflug. Der folgende Artikel, der aus dieser Broschüre stammt, beschreibt die ersten 19 Jahre der Luftsportvereinigung Schwarzwald-Baar.

Aus der 19jährigen Geschichte der Luftsportvereinigung Schwarzwald-Baar

Als am 11. November 1950 die Luftsportvereinigung Schwarzwald-Baar gegründet wurde, ahnte keines der Gründungsmitglieder, daß der Verein nur neunzehn Jahre später über den stolzen Besitz von zwei doppelsitzigen Flugzeugen des Typs „Bergfalke II“, über eine im Eigenbau fertiggestellte „Mü 13 d“, einen „L Spatz“, einen Hochleistungssegler „Zugvogel“ sowie einen gemütlichen Aufenthaltsraum mit Werkstatt unmittelbar hinter der eigenen Flugzeughalle auf dem Flugplatz Donaueschingen-Villingen und eine Motormaschine „Morane MS 885“ verfügen würde. Denn zunächst wurden die angehenden Segelflieger „zur Kasse gebeten“ : Pro Mann mußten eine einmalige Interesseneinlage von 20.- DM als „Einstand“ bezahlt werden.

Bei diesem ersten finanziellen Opfer blieb es nicht. Aus Spenden finanziert wurde – denn noch kein Flugzeug war vorhanden, die offizielle Genehmigung zur Wiederaufnahe der Fliegerei in der Bundesrepublik wurde erst im Mai 1951 gegeben – zunächst noch ein „Ford V8 „. Die Pioniere des Segelfluges in den Kreisen Villingen und Donaueschingen hatten harte Arbeit zu leisten. Es fehlte überall. Die ersten Starts konnten schließlich mit einem Doppelsitzer unternommen werden, den die Schwenninger Kameraden zur Verfügung gestellt hatten.

Mit dem Verkauf von Bausteinen und Rasierklingen wurden die von Anfang an stark lädierte Kasse – Reichtümer konnte die Luftsportvereinigung übrigens bis heute noch nicht ansammeln – notdürftig gestützt. Für das erste doppelsitzige Flugzeug wurden Spender gefunden, für den Kauf einer Schleppwinde einige Bürgen. Die „Mü 13 d“, erstes Flugzeug im Verein, mußte – weil sich auf dem Flugplatz damals noch keine Unterstellmöglichkeiten befanden – nach jedem Flugtag abgebaut und nach Donaueschingen transportiert werden. Inzwischen war – mit Spenden und Schulden – noch ein A-Spatz gekauft worden.

Mit ihren Werkstätten kam die Luftsportvereinigung bis heute nicht ganz zur Ruhe. Nachdem sich die Villinger Gruppe in ungezählten Arbeitsstunden angenehme Arebeits- und Aufenthaltsräume im ehemaligen Gutshof des Klosters St. Ursula geschaffen hatte, wurde die gesamte Anlage durch Feuer vernichtet, mit Einrichtung, Maschinen, Werkzeug und dem Teil eines Flugzeuges. Das war im Februar 1967, eine endgültige Werkstatt wurde in Villingen inzwischen noch nicht gefunden.

1958 begannen die Jahre der größeren Flugleistungen. Die ersten beiden Mitglieder schafften 50-km-Flüge ud damit die erste Bedingung für die Silber-C, schon ein Jahr früher wurde der erste 5 Stunden-Flug am Platz registriert. Eine Mannschaft der Luftsportvereinigung Schwarzwald-Baar siegte im Landessegelflugwettbewerb.

Heute werden in vereinseigenen Wettbewerben jährlich während und nach dem Pfingstlager auf dem Flugplatz Überlandflüge forciert. Unter den Flugleistungen befanden sich ein 440 km-Flug und ein 300 km Zielflug nach Frankreich. Außerdem ging die Motorfluggruppe innerhalb der Luftsportvereinigung auf der Vereinseigenen „Moran“ auf Lorbeeren aus: Mit teilweise beachtlichen Erfolgen beteiligten sie sich regelmäßig an den Südwestdeutschen Rundflügen und am Deutschlandflug, zuletzt im vergangenen Monat.

In 5350 Arbeitstunden wurde schließlich in den Jahren 1967/68 unmittelbar an die Flugzeughalle ein Aufenthaltsraum mit Dusch- und Werekstattraum in fast ausschließlicher Eignearbeit gebaut. Die Werkstatt soll im Sommer für dringende Reparaturen und im Winter für Flugzeugüberholungen zur Verfügung stehen. Bei den Dacharbeiten verunglückte – und das ist noch heute bei aller Freude am eingenen Heim ein Wermutstropfen – der Segelflieger Gerhard Berchtenbreiter aus Donaueschingen tödlich.

Die Luftsportvereinigung wird heute vom Vorsitzenden, Rolf v. Berg (Villingen) geführt. Weitere Mitglieder – sowohl aktive als auch passive – sind im übrigen herzlich willkommen. Die Freude am Flugsport kann auch noch genießen, wer die Teenager- und Twen-Jahre bereits hinter sich hat.

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