{"id":7893,"date":"2020-07-30T09:23:46","date_gmt":"2020-07-30T09:23:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/?p=7893"},"modified":"2020-07-30T09:37:12","modified_gmt":"2020-07-30T09:37:12","slug":"vom-fussgaenger-zum-hobbypiloten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/?p=7893","title":{"rendered":"Vom Fu\u00dfg\u00e4nger zum Hobbypiloten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-small-font-size\">(Ein Bericht von Frank Jan<em>kowiak, der in den letzten 18 Monaten in der LSB die Ausbildung zum LAPL(A) durchf\u00fchrte und nun die Pilotenlizenz besitzt.)<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank0.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7897\" width=\"378\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank0.jpg 755w, https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank0-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank0-150x84.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 378px) 100vw, 378px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Da war er, der eine kurze Moment, in dem ein kleiner Gedanke aufblitzte und eine irrwitzige Idee geboren wurde: \u201eIch mache den Flugschein, ich werde Pilot! \u201cIch war ja selbst \u00fcberrascht, mit welch einer euphorischen Wucht mich dieser Gedanke erwischte und mir ein vertr\u00e4umtes L\u00e4cheln ins Gesicht zauberte. Vielen Dank auch an Pilot Markus, der mit seiner mitrei\u00dfenden und motivierenden Art einen nicht unerheblichen Anteil an der Manifestierung dieser Idee in meinen nach Abenteuer lechzenden Gedanken leistete. Ich habe mir die Entscheidung wahrlich nicht leichtgemacht. Nach vielen Wochen der Informationsbeschaffung, unz\u00e4hligen Gespr\u00e4chen mit Piloten, Freunden und Verwandten und nicht zuletzt durch den hochinfekti\u00f6sen Probeflug mit Markus im Motorsegler war der Entschluss dann endlich gefasst und ich war ebenso bereit, die Idee in die Tat umzusetzen. Der erste Weg f\u00fchrte mich zun\u00e4chst zu einem Flieger- und Augenarzt, denn ein ganz zentrales Kriterium f\u00fcr den Erhalt einer Pilotenlizenz ist die eigene Flugtauglichkeit, nachgewiesen durch das sogenannte \u201eMedical\u201c. Hier auch schon die erste Sorge : \u201eSchaffe ich das? Erf\u00fclle ich die Anforderungen \u00fcberhaupt?\u201c Schlie\u00dflich bin ich mit 57 Jahren ja auch schon einem gewissen Verschlei\u00df unterlegen. Aber ja, es hat gepasst, und so erhielt ich noch am Tag der Untersuchung meinen ersten \u201ePassierschein\u201c auf dem Weg zur LAPL(A) Lizenz. Verein oder Flugschule? Vor Beginn der Ausbildung stellte sich nat\u00fcrlich auch mir die Frage, wo ich denn den Flugschein machen sollte, in einem Luftsportverein oder in einer professionellen Flugschule? Es gibt f\u00fcr beide M\u00f6glichkeiten recht viele Pro- und Contra-Argumente, allerdings fiel mir die Entscheidung f\u00fcr eine Vereinsausbildung leicht, da ich es weder eilig hatte, noch aus beruflichen Gr\u00fcnden gezwungen war, schnell die Lizenz zu erhalten. Zudem ist so eine Vereinsausbildung auch noch wesentlich kosteng\u00fcnstiger. So waren dann auch die Anmeldung und die Vorstellung im Verein recht schnell vollzogen und die erste Aufgabe, n\u00e4mlich die Anmeldung zu einem Kurs f\u00fcr den Erhalt einesFunksprechzeugnisses in deutscher Sprache, kurz BZF-2, wurde in Angriff genommen. Hier entschied ich mich f\u00fcr die Variante \u201eFlugschule\u201c, da diese direkt neben dem Vereinsgeb\u00e4ude ans\u00e4ssig war und der Verein schon lange mit ihr kooperiert. Alternativ w\u00e4re es noch m\u00f6glich gewesen, den Kurs online zu absolvieren, aber mir waren pers\u00f6nliche Ansprechpartner dann doch lieber gewesen. Nach nur wenigen Wochen und viel Spa\u00df bei den \u00dcbungen der Sprechgruppen ging es dann nach Reutlingen zur theoretischen und praktischen BZF2 Pr\u00fcfung, die ich zusammen mit acht anderen Aspiranten erfolgreich bestanden habe. Somit wurde ein weiteres wichtiges Etappenziel erreicht. Hier zeigte sich aber schon ganz deutlich das Ph\u00e4nomen der ver\u00e4nderten Lernkurve im Vergleich zur Schul- und Ausbildungszeit als junger Mann. Das Lernproblem W\u00e4hrend man in jungen Jahren, von Schule und Ausbildung noch trainiert, eine sehr gute Auffassungsgabe hat und gut lernen kann, f\u00e4llt es mit zunehmenden Alter immer schwerer, Neues zu erlernen und vor allem das Gelernte auch zu behalten. So jedenfalls erging es mir, und allein schon diese Erkenntnis zeigte mir \u201ehier musst du echt was tun\u201c. Wer sich zudem f\u00fcr eine Ausbildung in einem Verein entschieden hat, muss hier ohnehin proaktiv werden. Da es im Verein \u00fcblicherweise keine festangestellten Lehrkr\u00e4fte gibt, sondern vornehmlich ehrenamtliche Fliegerkameraden, die zum Teil viele Jahre Erfahrung in der Fliegerei haben, gab es auch keinen fortlaufenden Unterricht, sondern einen Unterrichtsblock im Winter; dieser wurde aber mit Leidenschaft und praktischer Erfahrung der Kollegen so fesselnd abgehalten, dass der Wissenstransfer einen sehr hohen Level erreichte und ich mir sehr viel Basiswissen aneignen konnte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"563\" src=\"https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7894\" srcset=\"https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank1.jpg 750w, https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank1-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Danach ging es jedoch ans Eingemachte; mit dem Gelernten aus den Unterrichtsstunden und der Erkenntnis dar\u00fcber, dass dieses Grundwissen jetzt noch vertieft und verinnerlicht werden muss, wurden B\u00fccher gekauft, im Internet recherchiert und alles an Informationen rund um das Fliegen aufgenommen. Der Fragenkatalog umfasst 9 Themenbereiche mit insgesamt 2000 Fragen, die gelernt werden m\u00fcssen. Leider sind das fast alles Fragen aus Themen, die einem (Noch-) Fu\u00dfg\u00e4nger v\u00f6llig fremd sind. \u201eErmitteln Sie mit ihrem NAV-Empf\u00e4nger das QDM des VOR SUL &#8230; bei einem Steuerkurs (MH)&#8230;\u201c \u2013 Aha, \u00e4hm, ja, ok! Wenn man so stichprobenartig alle Kapitel nur kurz durchleuchtet, dauert es nicht lange und es wird einem schlagartig die ganze Tragweite der eigenen Wissensw\u00fcste bewusst. Also hie\u00df es lernen, lernen, lernen und ja, nochmal lernen! Gl\u00fccklicherweise unterst\u00fctzte mich hier eine entsprechende Software, die identisch ist mit der, die auch bei der Theoriepr\u00fcfung verwendet wird. Also alle Fragen, die bei der Pr\u00fcfung gefragt werden, hielt ich bereits in meiner virtuellen Hand. Zudem sind die Fragen alle im Multiple-Choice-Verfahren, was dem Ganzen ein wenig die Sch\u00e4rfe nimmt. Trotzdem ist es gerade in diesem Stadium der Ausbildung immens wichtig, sich selbst immer wieder neu zu motivieren, sich nicht h\u00e4ngen zu lassen und vor allem den Glauben an sich selbst stets aufrecht zu erhalten. Was zugegebenerma\u00dfen nicht immer einfach war. Ich glaube auch, dass in dieser Phase viele Aspiranten auf der sprichw\u00f6rtlichen Strecke bleiben. Aber zum Gl\u00fcck gibt es ja noch die begleitende praktische Ausbildung zur Unterst\u00fctzung der eigenen Motivation! Ein sch\u00f6ner und erfolgreicher Ausbildungsflug, bei dem man dann noch Zeit hatte den Ausblick und das Gef\u00fchl der Freiheit zu genie\u00dfen, lie\u00dfen wieder alle Zweifel verblassen. Selber fliegen Die erste Flugstunde ist schon etwas ganz Besonderes. Von Aufregung und Euphorie gepr\u00e4gt ging es zum Flugplatz, wo schon der Fluglehrer wartete. Ich kannte das Flugzeug ja schon von einigen Fl\u00fcgen, die ich als Passagier miterleben durfte, jedoch zu wissen, dass man gleich selbst das Steuern des Motorseglers \u00fcbernimmt, ist schon ein absolutes Highlight in der fliegerischen Ausbildung. Ich war sogar so frech und habe meine Actionkamera mitgenommen, um diesen unwiederbringlichen Moment festzuhalten. Nach dem gewissenhaften und peniblen Abarbeiten der Checkliste sowie der Erkl\u00e4rung der bordeigenen Avionik ging es auch schon in die Luft, wo es anschlie\u00dfend gleich zu den ersten \u00dcbungen kam. Vollkreis links\/rechts nur mit Querruder, das selbe nochmal, diesmal nur mit Seitenruder und abschlie\u00dfend ein drittes Mal mit Quer- und Seitenruder gleichzeitig. Es folgten noch einige andere \u00dcbungen, und die Flugstunde raste nur so dahin. Das Landen \u00fcbernahm nat\u00fcrlich souver\u00e4n der Fluglehrer und erkl\u00e4rte dabei die Handgriffe. Ob ich das jemals alleine schaffen werde? Der Spa\u00df am Fliegen wuchs jedoch mit jeder weiteren Flugstunde, und so kam das trockene Lernen der Theorie doch etwas ins Hintertreffen. Es war ja noch Zeit, ich hatte es nicht eilig und zudem alles was ich f\u00fcr die praktische Ausbildung brauchte, ein Medical, das BZF und jede Menge Motivation. Es verging Flugstunde um Flugstunde, ich wurde immer sicherer, und auch das eigenst\u00e4ndige Landen ohne Hilfe des Fluglehrers klappte mittlerweile schon recht gut. Der erste Alleinflug Dann kam der Tag, ich glaube es war die 12. Flugstunde, da war irgendetwas anders als sonst. Bereits nach drei Platzrunden ging es wieder zur\u00fcck zum Vorfeld \u2013 ungew\u00f6hnlich, denn wir hatten gerade mal 15 Minuten in der Luft verbracht. Nachdem wir also an der Halle den Motorsegler abgestellt hatten, stellte mir mein Fluglehrer einen weiteren Fliegerkollegen, ebenfalls Fluglehrer, vor und meinte dies sei nun mein Checkflug f\u00fcr die Alleinflugfreigabe. Aha \u2013 es war also soweit. So durfte ich zwei weitere Platzrunden zusammen mit ihm fliegen, bis auch er uns wieder zum Vorfeld zitierte. Ein kurzes Zwiegespr\u00e4ch der beiden Fluglehrer und schon ging es los \u2013 ich sollte nundrei Platzrunden alleine fliegen. Ganz alleine.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"755\" height=\"423\" src=\"https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7895\" srcset=\"https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank2.jpg 755w, https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank2-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank2-150x84.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 755px) 100vw, 755px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Obwohl man sich selbst ja eigentlich sicher ist, und obwohl zwei Fluglehrer der gleichen Meinung sind, ist es dennoch ein ganz komisches Gef\u00fchl. Man sitzt auf einmal ganz allein im Flugzeug, keiner mehr auf dem Copiloten Sitz, keiner mehr der eingreifen k\u00f6nnte, falls etwas schiefgeht. Aber man hat sich ja auf diesen Moment gefreut, so lange darauf hin gefiebert. Jetzt ist der Moment gekommen, kneifen ist nicht. Also los, alles wie gewohnt \u2013 Checkliste durchgehen, Motor starten und mit dem Tower funken \u2013 \u201eDonaueschingen Info, Delta Kilo Lima Sierra Bravo, Hallo!\u201c \u201eDelta Sierra Bravo, Piste Eins Acht in Betrieb!\u201c. Schon rollte ich mit dem Motorsegler von der Halle bis vor das n\u00f6rdliche Ende der Startpiste. Am Rollhalt Piste 18 noch den letzten Check gemacht und dem Turm die Abflugbereitschaft mitgeteilt. Kaum auf der Startpiste setzte ich auch schon den Gashebel auf Vollgas. Irgendwie nimmt der Motorsegler schneller Fahrt auf und auch das Abheben ist deutlich z\u00fcgiger als zu zweit. Man sp\u00fcrt deutlich das fehlende Gewicht der zweiten Person. Jetzt gibt es kein Zur\u00fcck mehr, mit gewohnten Steuerbewegungen geht es mit einer Rechtskurve in den Querabflug. Rechter Gegenanflug Piste 18 \u2013 rechter Queranflug Piste 18, Gas raus, Vergaservorw\u00e4rmung an, und schon geht es mit Landekonfiguration an die erste Sololandung. Die Schwelle der Piste kommt schnell n\u00e4her, rechts neben der Schwelle steht mein Fluglehrer und beobachtet mich. Voll konzentriert fange ich die Maschine ab, ein wenig neben der Mittellinie und etwas schr\u00e4g setzt das Hauptfahrwerk mit einem kurzen Quietschen auf, das Bugrad folgt eine Sekunde sp\u00e4ter. Perfekt, durchstarten zur zweiten Runde. Das Selbstbewusstsein ist zur\u00fcck. Landung Zwei und Drei gelingen ebenso. Erleichtert und gl\u00fccklich geht es \u00fcber den Rollweg zur\u00fcck zur Halle. Der Fluglehrer kommt mit einem L\u00e4cheln entgegen und gratuliert mit einem Handschlag. Welch ein Moment! Die Theoriepr\u00fcfung So langsam sp\u00fcrte ich, da war doch noch was&#8230;. Ach ja, die Theorie! Wie ein Damokles-Schwert schwebte diese Aufgabe \u00fcber meinem Haupt. Es war klar, um weiter zu kommen musste ich dieses Kapitel nun endlich in Angriff nehmen und zum Abschluss bringen. Ohne eine bestandene Theoriepr\u00fcfung keine Solo-\u00dcberlandfl\u00fcge! Nach \u00fcber einem Jahr des intensiven Auseinandersetzens mit der Welt der Fliegerei, nach dem Theorieunterricht im Verein, nach dem Studium der Fachliteratur und dem Lernen mit der Software war ich eigentlich schon lange \u201epr\u00fcfungsreif\u201c, dennoch z\u00f6gerte ich es so weit wie m\u00f6glich hinaus. Nun aber war der Zeitpunkt gekommen, und der Termin zur Pr\u00fcfung in Freiburg stand fest. Ich wollte hier keinesfalls etwas anbrennen lassen, und so nahm ich eine Woche vor diesem Termin Urlaub, um mich voll und ganz auf die Pr\u00fcfungsvorbereitung zu konzentrieren. Von fr\u00fch morgens bis sp\u00e4t in den Abend lernte ich Kapitel f\u00fcr Kapitel, tausende von Fragen und Aufgaben, immer wieder und wieder. Ich wollte nicht nur lernen, ich wollte verstehen und begreifen. Und das gelang mir, Navigation und Meteorologie, die \u201eh\u00e4rtesten\u201c F\u00e4cher lagen mir sogar am besten. Es kam tats\u00e4chlich so etwas wie Spa\u00df auf, meinen Wissensdurst zu befriedigen. Ich freute mich sogar auf die Pr\u00fcfung. Dann, an einem Montagmorgen war es endlich soweit. Meine Frau bestand darauf mich nach Freiburg zu fahren, damit ich mich nicht mit Autofahren belasten m\u00fcsse.Am Regierungspr\u00e4sidium angekommen ging alles ganz schnell, nach der Anmeldung ging es in das Zimmer mit den Computerarbeitspl\u00e4tzen und mir wurde mein PC zugewiesen. Ich rechnete mit 9&#215;30 Minuten f\u00fcr die Pr\u00fcfung, also etwas mehr als 4 Stunden Zeit. Kapitel f\u00fcr Kapitel ging es nun an die Fragen. Gl\u00fccklicherweise genauso wie zu Hause, die bekannten Fragen, die gleiche Software. So f\u00fchlte ich mich gut und alles war vertraut. Nach dem 9. Kapitel, der \u201eNavigation\u201c, und der letzten Frage schloss ich den Pr\u00fcfungsbogen ab \u2013 nach insgesamt 35 Minuten! Ich ging vor zu der netten Mitarbeiterin, die die Pr\u00fcfung beaufsichtigte und meine Pr\u00fcfung auswertete. \u201eHerzlichen Gl\u00fcckwunsch!\u201c \u2013 Das ging runter wie \u00d6l. Ich hatte es geschafft, eine gro\u00dfe H\u00fcrde und Last lag nun hinter mir. Endspurt Voll motiviert nach dem Erfolg der Theoriepr\u00fcfung, wollte ich nun keine mehr Zeit verlieren. Ich bat meinen Fluglehrer, ohne R\u00fccksicht auf Kosten und Zeit die noch fehlenden Schulfl\u00fcge mit mir zu absolvieren. Dreiecksflug, Navigationsfl\u00fcge, 80 NM Flug nach Speyer, erst zusammen mit ihm, dann alleine. Solo Platzrunden, Ziellande\u00fcbungen, Pr\u00fcfungsvorbereitungen. Alles konnte ich mit ihm innerhalb von 6 Wochen abarbeiten. Bedenkt man, dass der Fluglehrer im Verein diese T\u00e4tigkeit auch nur berufsbegleitend, also in seiner Freizeit macht, ist das schon eine recht starke Leistung von ihm. Mit seinem OK ging es dann zum Ausbildungsleiter, der schlie\u00dflich das Anmeldeformular zu praktischen Pr\u00fcfung an das Regierungspr\u00e4sidium einreichte. Jetzt hie\u00df es warten, bis ich \u201emeinen\u201c Pr\u00fcfer zugeteilt bekomme, den ich dann anrufen und mit ihm einen Termin vereinbaren sollte. Auch hier lie\u00df ich nichts anbrennen und so hatte ich keine 20 Minuten nach Erhalt der E-Mail mit den Kontaktdaten des Pr\u00fcfers, bereits mit ihm gesprochen. F\u00fcr den selben Tag war es dann doch etwas zu spontan, aber der n\u00e4chste Tag sollte es dann sein. Die praktische Pr\u00fcfung Es spielte alles mit \u2013 das Wetter war OK, der Motorsegler war frei und alle Voraussetzungen erf\u00fcllt. Der Tag der Pr\u00fcfung war da. Jetzt kam doch etwas Nervosit\u00e4t auf. Obwohl ich mir eigentlich \u00fcber den praktischen Teil nie so Gedanken gemacht hatte, war es nun doch fast aufregender als bei der Theoriepr\u00fcfung. Schlie\u00dflich war das der letzte Akt zum Erwerb des Flugscheins, der Moment der die Ausbildung beendet. Die Tragweite wurde mir schlagartig bewusst, und das machte es nicht einfacher. Hier und heute zu versagen w\u00e4re die pure Demotivation; so kurz vor dem Zieleinlauf zu straucheln und zu fallen w\u00e4re eine Katastrophe. Der sich nun aufbauende Druck war deutlich zu sp\u00fcren. Knapp zwei Stunden vor dem vereinbarten Treffen am Vereinsheim rief der Pr\u00fcfer an und teilte mir die zu fliegende Route mit und die Aufgabe eine Flugvorbereitung f\u00fcr diesen Flug zu erstellen, inklusive aller notwendigen Wetterinformationen, Fluginformationen und navigatorischen Berechnungen f\u00fcr den Kurs unter Ber\u00fccksichtigung des Windes. Wie gelernt ging es ans Werk. Nach dem alles ausgedruckt und sauber zusammengeheftet war, machte ich mich auf dem Weg. Dann war es soweit. Der Pr\u00fcfer kam und wir legten auch gleich los. Zwei Stunden und ein Liter Schwitzwasser sp\u00e4ter dann die erl\u00f6senden Worte: \u201eHerzlichen Gl\u00fcckwunsch, Sie haben bestanden!\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"753\" height=\"426\" src=\"https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7896\" srcset=\"https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank3.jpg 753w, https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank3-300x170.jpg 300w, https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Jank3-150x85.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 753px) 100vw, 753px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eAus, aus, das Spiel ist aus! \u2013 Deutschland ist Weltmeister!\u201c M\u00fcsste ich diesen Moment beschreiben, so ist dieses Zitat von 1954 wohl am besten geeignet, dieses ansonsten unbeschreibliche Gef\u00fchl wider zu spiegeln. 18 Monate der Ausbildung, des Lernens, der Zweifel, des Hochgef\u00fchls, der Resignation und der Euphorie \u2013 schlagartig vorbei. Ich hatte es geschafft, nun bin ich Pilot!<\/p>\n\n\n\n<p>Im folgenden der Bericht als PDF-Datei:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Vom_Fu\u00dfg\u00e4nger_zum_Hobbypiloten.pdf\">Vom_Fu\u00dfg\u00e4nger_zum_Hobbypiloten<\/a><a href=\"https:\/\/www.lsb-donaueschingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Vom_Fu\u00dfg\u00e4nger_zum_Hobbypiloten.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Ein Bericht von Frank Jankowiak, der in den letzten 18 Monaten in der LSB die Ausbildung zum LAPL(A) durchf\u00fchrte und nun die Pilotenlizenz besitzt.) 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